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Manifest · Oktober 2026

Wessen Name steht drauf?

Zehn Sätze über KI im Einkauf, aus zwanzig Jahren Praxis und einem Vortrag in Frankfurt.

Woher die Sätze kommen

Die Kontrolle, die niemand aufgeschrieben hat.

Am 22. Oktober 2026 stand ich beim Global Pharma Supply Chain & Logistics Forum in Frankfurt auf der Bühne. Mein Thema: die Kontrolle, die niemand aufgeschrieben hat. Was passiert mit einem Einkauf, wenn KI-Agenten die Ausführung übernehmen und die Regeln nur in den Köpfen stehen?

Die beste Frage kam aus dem Saal: Kann KI im Einkauf gar nicht gut umgesetzt werden, oder habe ich sie nur schlecht umgesetzt gesehen? Meine Antwort: Sie kann sehr gut funktionieren. Aber erst, wenn Regeln, Daten und ein Verantwortlicher mit Namen vorher feststehen. Daraus sind zehn Sätze geworden.

Zehn Sätze

Erst die Regeln, dann die Maschine.

  1. 01

    Erst die Regeln, dann die Maschine. KI bringt erst Wert, wenn Regeln, Daten und Übergaben stehen. Die Zeit am Anfang ist die wichtigste.

  2. 02

    Eine KI, die nicht fragt, ist gefährlich. Agenten melden keine Unklarheit, sie lösen sie mit Annahmen. Ein gutes Werkzeug markiert die Lücke und fragt nach.

  3. 03

    Jeder Vorgang hat einen Namen. Nicht „der Einkauf“, sondern eine Person. Geht etwas schief, ist nicht die KI schuld. Dann fehlt der Verantwortliche. Finde die Person.

  4. 04

    Keine Bestellung ohne Ansprechpartner. Lieferanten brauchen einen Menschen, den sie anrufen können. Wer Partner anonym behandelt, verliert ihre Ideen.

  5. 05

    Verwaltung ist kein Wert. Von der Bestellanforderung bis zur Zahlung: Rund 90 Prozent des Bestellprozesses sind Verwaltung, Felder füllen, Bestellungen schreiben, Standardverträge lesen, und schaffen für sich keinen Wert. Wert entsteht in den letzten zehn Prozent: in der Entscheidung, in der Verhandlung, im Gespräch mit dem Lieferanten.

  6. 06

    Freie Zeit braucht ein Ziel. Wer Stunden zurückgewinnt, sagt vorher, wofür: strategische Projekte, eigene Ideen, Fachbereiche, die schneller werden.

  7. 07

    Wer nur verwaltet, wird umgangen. Versteht der Einkauf das Geschäft nicht, holt sich der Fachbereich eigene Leute. Das Vertrauen kommt zurück, wenn der Einkauf den Schmerz des anderen löst.

  8. 08

    Schlechte Daten, schlechte Ergebnisse. Und wo Daten fehlen, erfindet die Maschine welche. Freigabematrizen gehören laufend gegen die Personaldaten geprüft.

  9. 09

    Fragt eure Anbieter, wie viele Einkäufer im Team sitzen. Regeln schreibt nur, wer selbst durch den Schlamm gegangen ist, nicht wer ihn von außen beschreibt.

  10. 10

    Verdeckte Kosten sind echte Kosten. Hinterherlaufen, Frust und Umgehung stehen in keinem Buch. Sichtbar werden sie erst, wenn das Geld schon beim falschen Lieferanten ist. In einem Fall, den ich begleitet habe, waren es 1,5 Millionen.

Warum es die Werkbank gibt

Keine Werte erfinden. Die Lücke markieren und nachfragen.

Ich habe die AICTIONBOT™ Werkbank nicht gebaut, weil ich eine App wollte. Ich wollte meine eigenen Kontrollen und meine eigene Büroarbeit loswerden. Wenn das bei mir funktioniert, funktioniert es bei jedem.

Darum erfindet die Werkbank keine Werte. Sie markiert die Lücke und fragt nach. Die Entscheidung bleibt bei dem Menschen, dessen Name draufsteht.

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Dario Kulić, KULIC Advisory, Köln. Oktober 2026. Read in English